A.R.T. – Das Avatar Repertory Theatre in Metropolis

Kunst, Events, Präsentationen sind großartige und ganz besonders inspirierende Anwendungen des 3D-Webs.
Das Avatar Repertory Theatre, kurz A.R.T., wurde 2008 gegründet, um ein Team von Darstellern zu finden, das sich der Aufführung von Bühnenstücken verschiedener Art in virtuellen Welten wie Second Life oder OpenSim widmet. Die Truppe hat schon Einiges auf die Beine gestellt, und neben regelmäßigen Aufführungen in SL macht sie auch Abstecher in andere Grids.
Gestern war Premiere in Metropolis. Emil Jannings hatte die Idee, mit seinen Freunden von A.R.T. hier etwas auf die Bühne zu bringen. Die Ränge waren mit ca. zwanzig Zuschauern gefüllt. Geboten wurden mehrere kleine Stücke mit wechselnder Besetzung. Es ging los mit einer absurd-realen Szene in einer Behörde, in der ein Mann verzweifelt der Dame hinterm Computerbildschirm zu vermitteln versuchte, dass seine Daten nicht in der Datenbank vorhanden seien, er aber Prüfung und provisorischen Führerschein in der Tasche habe. Das war grandios vorgetragen, und auch die weiteren Stücke zeugten von der Begeisterung und dem Spielwitz der Darsteller. Im Laufe der Zeit wurde der Lag auf der Region immer massiver, so dass schließlich zwei Darsteller technisch kaltgestellt waren. Doch das A.R.T. weiß in solchen Fällen zu improvisieren – “crash acting” nennen sie das muntere Weiterspielen, wenn die Technik kein Einsehen mit der Kultur hat.
Für die Zuschauer war das sehr unterhaltsam. Es wurde deutlich, mit welcher Begeisterung und mit wie viel Humor die Truppe an die Sache herangeht. Der Lag war bedauerlich, tat dem gelungenen Abend aber keinen Abbruch. An eine Fortsetzung in Metropolis wird auch schon gedacht.

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Atari Patrucci präsentiert HAUS 1 in Metropolis

Der Wiener Multimediakünstler Marcus Hinterthür alias Atari Patrucci lud gestern das interessierte Publikum zur Präsentation seines HAUS 1 im Metropolis-Grid ein. Im Rahmen des dortigen Summer of Arts hat Patrucci drei Monate an dem utopisch-phantastischen Projekt gearbeitet. Das Haus wurde aus Meshes erstellt, oder genauer aus “Mesh-Betong”, dessen Rezeptur während der Eröffnung ein Geheimnis blieb. Inspiriert dazu wurde Atari Patrucci durch ein Gemälde von Herbert Brandel, das ein Model des Architekten Heidulf Gerngross aus dem Jahr 1969 darstellt.

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Atari Patrucci, Absolvent der KHS Kassel und Meisterschulpreisträger der Akademie der Bildenden Künste in Wien, ist Begründer des Vereins für phantastische utopische Ästhetik, Architektur und virtuelle Transmissionen – puÄAvTm. Zu dessen Zielen gehören unter anderem die Simulation utopischer virtueller Landschaften, die Beschäftigung mit Kommunikationsprozessen im Cyberspace und die Nutzung des 3d-Internets als künstlerische, literarische und philosophische Bühne und Labor.

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Das Interesse an der Präsentation in Metropolis war groß.

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Das aus Mesh gefertigte utopische HAUS 1 ist ein Meilenstein, aber auch ein spielerisches Vergnügen. So sieht Atari Patrucci auch das Projekt und das Eröffnungsevent, wenn er sich beispielsweise auf der Webseite von Metropolis dahingehend äußert, dass er eigentlich nicht wollte, “in der 3d Welt jetzt irgendwie zwanghaft Kunst machen zu müssen … Mich fasziniert vor allem diese völlig neue Art selbstbestimmter Unterhaltung, die Lust am Abenteuer.”

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Schatten und Licht erzeugen im HAUS 1 ein phantastisches Raumerlebnis Die Visualisierung des Innenraumes, ein besonderes Anliegen Atari Patruccis, vermittelt einen konkreten Eindruck von der Räumlichkeit und eröffnet viele Lebens- und Nutzungsperspektiven. Eine davon wurde gleich im Anschluss bei der Eröffnungsparty geprobt, bei der DJ Zap amtliche Housemusik in den Äther ausstrahlte.

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HAUS 1 von Atari Patrucci / Marcus Hinterthür wird noch eine Weile im Metropolis Griod zu sehen sein.
hypergrid.org:8002:SoA/183/223/24

Das Leben – ein Theater. Sartre in SL

Am 30.Oktober hat Off-the-Shelf Productions im Ce Soir Arts Theatre das Stück “No exit” des französischen Philosophen und Schriftstellers Jean-Paul Sartre aufgeführt. (Im französischen Original von 1944 heißt das Stück “Huis Clos”, und auf deutsch “Geschlossene Gesellschaft”).

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Darsteller des Stückes waren AEON WOODFORD als Valet, B. HEMI als Garcin, TERRYLYNN MELODY als Inez und MIREILLE JENVIEVE als Estelle.

Es war ein großartiger virtueller Theaterabend. Das Publikum muss es genossen haben, denn die Ränge blieben über die anderthalb Stunden, die die Aufführung dauerte, gefüllt.
In dem existentialistischen Stück finden sich die drei Hauptfiguren in einem geschlossenen Raum, der Hölle, wieder.

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Alle haben in ihrem Leben ihren Mitmenschen Grund zu tiefer Verzweiflung gegeben. Nun tasten sie einander im Gespräch ab, ohne jeweils ihr eigenes menschliches Versagen einzugestehen. Doch auch in dieser Situation entrinnen sie nicht ihrer Angst und ihrem Hass. Sie dürsten nach Anerkennung, die ihnen aber von keinem der anderen gewährt wird. “Die Hölle, das sind die anderen” – menschlich und emotional beschädigt, wie sie sind, scheint dies aus ihrer Sicht eine unüberwindliche Wahrheit zu sein.

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Als sich schließlich eine Tür in die ungewisse Freiheit öffnet, wagen sie nicht den entscheidenden Schritt. Sie bleiben ihrer Situation und ihren Gewohnheiten verhaftet, und suchen weiter die Notgemeinschaft, die keine Gemeinschaft ist. Es gibt kein Öffnen, es gibt kein Verzeihen und keinen Respekt – es bleibt das Bedürfnis, eine Fassade aufrechtzuerhalten und kühl berechnend die anderen zu instrumentalisieren.

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